KÜNSTLERINNEN 2010

23. August - 30. September: Joar Nango (Oslo / Norwegenjoar nango)

joarnango

Der Künstler und Architekt Joar Nango lebt und arbeitet in Oslo. Eine wichtige Inspirationsquelle für seine künstlerische Arbeit sind die vielfältigen Traditionen kreativen Selbermachens in den ländlichen Weiten des Hohen Nordens. Als Architekt setzt er sich theoretisch und praktisch mit der Baukultur der Saamen auseinander, die seit vielen Jahrhunderten nomadisch in den nördlichen Teilen Skandinaviens leben. Zu diesem Thema gibt Nango das Magazin "Sámi Huksedáidda" über saamische Architektur heraus.

In seiner Ausstellung in Berlin gewährt uns Joar Nango Einblicke in sein aktuelles Schaffen, in dessen Mittelpunkt die Betrachtung von nomadischen Lebensformen in urbanen Räumen und ihren sozialen, wirtschaftlichen und politischen Potenzialen steht. Die Schau im Raum Junge Kunst präsentiert eine visuelle Dokumentation seiner Installation in den Prinzessinnengärten, die er im Rahmen seines Aufenthalts als Artist in Residence bei Kunst-Stoffe realisiert.


10. Juli - 22. August: Telly Woo (Hong Kong / China)

Telly Woo A.I.R. July - August

Telly Woo beschäftigt sich mit Recycling-Design, als Mitglied des Hong Konger ATB Kollektivs. Auf den Überkonsum der heutigen Gesellschaft aufmerksam machend, stellt die Kunst- und Designgruppe sowohl Deko- als auch funktionale Produkte und Möbel aus Müll her. Telly hat 2008 unter dem Titel „Who Reclaim Who?“ ausgestellt, in Zusammenarbeit mit einem Drogenbehandlungs- und Rehabilitationszentrum. Im Rahmen dieses Projekts wurden zehn junge vormals drogensüchtige Menschen angeleitet, Möbel aus Müll zu entwerfen. 2009 nahm sie an einem Forschungsprojekt teil, die Möglichkeit erörternd, ein Müllsammlungsystem und „Materialbank“ für KünstlerInnen und Kreative in Hong Kong zu gründen.

Während ihres Aufenthalts bei Kunst-Stoffe hat Telly die Müll- und Recycling-Praktiken bei Kunst-Stoffe und in Berlin untersucht, um das System und die Methodologie des Sammelns, des Ordnens und Bearbeitens von Müllmaterialien zu verstehen. Ein Teil ihres Interesses war es, die Unterschiede der Materialien in Hong Kong und Berlin zu erforschen, basierend auf den verschiedenen Kulturen und Lebensstilen. Ausgehend von ihrem Schaffenswerk in Hong Kong hat sie in Berlin Möbel aus Müll entworfen. Diese Möbelstücke, zusammen mit Bildern von aus Müllmaterialien gemachten Werken aus Hong Kong, hat sie in einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort hat sie auch die Ergebnisse ihrer Forschung hinsichtlich der Müll- und Wiederverwendungsproblematiken im Kontext verschiedener Orter und Kulturen präsentiert.


1. Mai - 9. Juli: Alina Kopytsya (Boyarka / Ukraine)

Alina Kopytsya

Alina Kopytsya ist diplomierte Grafikerin, ausgebildet am "Kyiev Polytechnic Institute", der Nationalen Technischen Universität der Ukraine, in der Abteilung Grafische Kunst. Ihre Werke wurden in vielen osteuropäischen Ländern ausgestellt, unter anderem in der "Artistic Arsenal Gallery" in Kyiv, im "House of Mykola Gallery" in Kyiv und im "Centre of Contemporary Art" der Nationalen Universität von Kyiv. Mit ihren interaktiven Performance-Werken nahm sie auch an verschiedenen Festivals teil. 2008 war sie Finalistin der EIDOS Arts Development Foundation. In ihrer Arbeit konzentriert sie sich auf ökologische Probleme und das Sozialleben.

 

Bei Kunst-Stoffe warf Alina einen Blick auf die Umsetzung europäischer Erfahrungen mit der Nutzung von Müll. Sie entwickelte praktische und einfache Produkte, die Gebrauchtmaterialien von Kunst-Stoffe nutzend. Ihr Ziel war es, raffinierte schöne Gegenstände zu entwerfen, die teuer aussehen, tatsächlich aber günstig sind. Darüber hinaus sollte jede und jeder Interessierte ohne professionelle Kenntnisse diese Produkte nachbauen können, so dass diese auf einfachen Formen basieren und nach individuellen Vorlieben gestaltbar sind. Die Arbeitsresultate wurden in einer Galerie ausgestellt. Zurück in der Ukraine hat Alina diese Prototypen genutzt, um eine interessierte Gruppe aufzubauen, die auf dieser Basis, Abfallmaterialien nutzend, kreativ tätig sind.

In Berlin arbeitete Alina an einer Serie von Alltagsobjekten aus haushaltsüblichen Abfall-Materialien (Plastiktüten, Pappe) und leitete Workshops, in den sie die Teilnehmer mit verschiedenen kreativen Upcycling-Methoden bekannt gemacht hat.