Artists in Residence: Internationale KünstlerInnen bei Kunst-Stoffe.

Seit 2008 betreibt Kunst-Stoffe ein internationales KünstlerInnen-Programm. Das Programm ist offen für Kunstschaffende aller Disziplinen, die sich für einen Arbeitsaufenthalt in der Einrichtung interessieren. Neben der Unterbringung der Teilnehmenden stellen wir exklusiven Studioraum sowie Werkstattraum zur Mitnutzung bereit und unterstützen die Organisation öffentlicher Präsentationen und den Kontakt zu lokalen Kunstschaffenden. Ziele des Programms sind ein intensiver Einbezug von kreativen bzw. künstlerischen Strategien in die Untersuchung von Möglichkeiten und Grenzen der Wieder- und Weiterverwendung. Weiterhin streben wir mit der Vergabe von Stipendien eine gezielte Bereicherung der hiesigen Forschung und Praxis um internationale Standpunkte an. Mit dem Programm verbindet sich auch die Absicht, bisherige Partner aus verschiedenen Bereichen miteinander zu verbinden und neue Netzwerkknoten zu schaffen. Der Anspruch des Programms erstreckt sich schließlich auch auf die Unterstützung ausgewählter KünstlerInnen, deren Arbeit thematisch bzw. konzeptionell mit der Arbeit der Einrichtung Kunst-Stoffe in Verbindung steht.


Kunst-Stoffe präsentiert 2012 das Artists-in-Residence-Programm ERWECKUNGEN.


KÜNSTLERINNEN 2012

Suzanne Hutton & Sam Taylor (Newcastle/Gateshead, UK)

Samantha Taylor und Suzanne Hutton sind zwei Künstlerinnen aus Großbritannien, deren Arbeitspraktiken auf der Erforschung des Potenzials von Wiederverwendung, Überarbeitung und Neu-Präsentation von Alltagsmaterialien basieren. Ihr Interesse fokussiert auch den damit verbundenen Einfallsreichtum, der häufig bei der Ausübung von Kunstfertigkeiten und traditionellem Handwerk auftritt. Den Begriff der "Wertschätzung der Handarbeit" untersuchend und alltägliche Dinge des eigenen Umfelds nutzend, erforschen sie im Rahmen ihrer Arbeit und insbesondere im "Transporter Project" nachhaltige Kunstpraxis und was es bedeutet, "verbunden" zu sein mit der eigenen Lebenswelt und Umgebung. Einblicke und Details zu ihrer Arbeit gibt ihre Wissensbank in form ihres Blogs und eine flickr-Seite, um mit anderen das zu teilen, was sie und wir bereits gelernt und erfahren haben.

Ihr Aufenthalt bei Kunst-Stoffe soll eine intensive Periode des Schaffens sein, in der sie einige Ideen für Skulpturen und Installationen umsetzen werden, inspiriert von ihren bisherigen Forschungen und Reisen während des Transporter-Projektes. Sie wollen die Idee des gewöhnlichen Abfalls in Berlin untersuchen und ein Kunstwerk erschaffen, das hierauf reagiert und diese auch mit den Müll-Gewohnheiten anderer Orte vergleicht. Ein Bereich, den sie genauestens erforschen möchten, ist die Funktionalität von Abfällen – Materialien nehmen und sie wiederverwenden, um etwas zu schaffen, das das frühere Leben der Materialien kommentiert und zugleich auch nutzbar ist.


Mark Cannariato (Brooklyn, NY, USA)

Mark Cannariato kommt aus den südlichen Vereinigten Staaten (Louisiana). Er lebt und arbeitet zur Zeit in Brooklyn, NY. Er hat in den ganzen USA gearbeitet und sein Werk ausgestellt, darunter an Projekten in Kuba und Jamaika. Sein Schafen konzentriert sich auf eine provisorische und fertige Ästhetik, mithilfe von gebrauchten, weggeworfenen und unkonventionellen Materialien. Mark interessiert sich für die Neuinterpretation und die Probenahme von Geschichten, während er eine neue Sprache schafft, die dem Betrachter erlaubt, auf ihre eigene Weise zu übersetzen.

Während seines Aufenthaltes bei Kunst-Stoffe wird Mark an provisorischen portablen 3D-Dioramen arbeiten, die, beeinflusst von handgemalten Kinoplakaten aus Ghana, als reisende Miniaturroadshows funktionieren werden.


Chloê Langford (Adelaide, Australien)

Chloê Langford ist eine junge Künstlerin, Schriftstellerin und Kuratorin aus Adelaine in Süd Australien. In den letzten vier Jahren hat sie partizipatorische Kunstpraktiken erforscht - durch das Organisieren des jährlichen Format Festivals und die Entwickelung ihrer eigenen Methode/Praxis.

Chloê interessiert sich für die Sinnes- und Sozialdynamik des Galerieraumes. Während ihres Aufenthaltes bei Kunst-Stoffe wird sie eine Reihe von 3 bis 4 Skulpturen mit Ton-/Geräuschelementen entwickeln, die eine performative Interaktion des Betrachters anregen sollen. Jede Skulptur wird so gestaltet sein, den Betrachter in das Rampenlicht zu locken, ihn zwingend, während des Erlebens der Skulptur, ein Spektakel zu werden. Chloês Blog findest Du hier.