Der Verein "Kunst-Stoffe" sammelt, was niemand mehr braucht, und stellt es Künstlern und Schulklassen zur Verfügung. Die lernen so den schonenden Umgang mit Ressourcen, wofür es den Pankower Umweltpreis gab.


Was macht man mit Basketballkörben, die ihren Dienst getan haben? Mit aus der Mode gekommenen Gardinen, mit altem Lego-Spielzeug, mit Theater-Kulissen, die keiner mehr braucht? Der naheliegende Weg ist der zum Müllschlucker - jedoch nicht der einzige, wie Judith Jacob vom Pankower Verein Kunst-Stoffe erklärt. „Wir sammeln alles, was nicht giftig ist, sortieren es und verkaufen es danach für wenig Geld an jeden, der sich dafür interessiert." Vor allem Künstler, aber auch Schulen und Privatleute gehörten zum Kundenstamm des 2006 gegründeten Vereins. In der vergangenen Woche wurde er für seine Arbeit mit dem Pankower Umweltpreis ausgezeichnet, der in diesem Jahr unter dem Motto „Schonender Umgang mit Ressourcen, Mehrfachnutzung, Recycling" stand und mit 500 Euro dotiert ist.


Die Idee für Kunst-Stoffe stammt aus New York, wo seit über 30 Jahren wieder verwertbare Materialien gesammelt und für die weitere Verwendung zur Verfügung gestellt werden", erzählt Jacob. In Berlin würde der Verein mit seinen fünf Mitarbeitern darüber hinaus für Kinder und Jugendliche Workshops anbieten, in denen sie sich mit nachhaltiger Entwicklung oder ökologischer Gestaltung auseinandersetzten. Zudem gebe es Werkstätten, die jedem offen ständen, der Materialien weiterverarbeiten wolle. „Derzeit sind wir der einzige Verein dieser Art in Berlin, aber wir wünschen uns mehr Filialen auch in den anderen Bezirken."


Neuer Standort dringend gesucht


Finanzieren würde sich der Verein aus Spenden, über Stiftungen sowie das Einwerben von Fördergeldern, so Jacob. Derzeit sei er als Zwischennutzung in einem Gebäude des Liegenschaftsfonds unweit des S- und U-Bahnhofs Pankow untergebracht. „Der Vertrag läuft aber nur noch bis Ende des Jahres, weshalb wir dringend auf der Suche nach einem Ersatzstandort sind." Gesucht würde eine Fläche ab 400 Quadratmetern mit guter Verkehrsanbindung.


Für den Pankower Umweltpreis ausgewählt wurde Kunst-Stoffe von einer Jury aus Vertretern aus den BVV-Fraktionen. Weitere Preise gingen an Isabell Krüger und Lina Bollmann vom Carl von Ossietzky­Gymnasium. Die beiden Schülerinnen haben sich mit einem Modell beworben, das verdeutlicht, wie sich etwa Meer und Stadt entwickelt könnten, wenn man keine Rücksicht auf die Umwelt nähme. Die Gruppe „Kleine Strolche" von der Kindertagestätte Erlebniswelt wurde für ihr Projekt zum Thema Verschlussklappen ausgezeichnet, bei dem die Kinder Kappen von Flaschen statt sie wegzuwerfen zum Spielen nutzen. So dekorierten sie mit verschiedenfarbigen Kappen Weihnachtsbäume, setzten eine Raupe Nimmersatt zusammen und machten mit den Kappen auch Musik.


Prenzlauer Berg Nachrichten (Online-Lokalzeitung), Juliane Wiedemeier, 21.06.2011, Rubrik Alltag


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